StartMarokkoMarokko – Energie-Großprojekte NOOR Midelt 2 & 3 an ACWA Power vergeben.

Marokko – Energie-Großprojekte NOOR Midelt 2 & 3 an ACWA Power vergeben.

Kritik und Fragen zur Ausschreibung

Mit der Vergabe der Photovoltaik-Großprojekte NOOR Midelt 2 & 3 an ACWA Power setzt Marokko auf hybride Solarenergie und Batteriespeicher, um seine Energiestrategie bis 2030 zu verwirklichen. Doch es gibt auch kritische Fragen zum Ausschreibungsverfahren.

Rabat – Marokko setzt weiter auf erneuerbare Energien – mit einem klaren Fokus auf Solarenergie. Anfang August 2025 wurde bekannt gegeben, dass der saudische Energieentwickler ACWA Power den Zuschlag für die beiden neuen Photovoltaik-Großprojekte NOOR Midelt 2 und 3 erhalten hat. Die Entscheidung erfolgte im Rahmen einer internationalen Ausschreibung, die von der marokkanischen Agentur für nachhaltige Energie (MASEN) organisiert wurde.

Beide Anlagen sollen jeweils 400 Megawatt (MWp) Solarstrom erzeugen und durch ein kombiniertes Batteriespeichersystem (BESS) mit einer Gesamtkapazität von 602 Megawattstunden (MWh) ergänzt werden. Diese Speicherlösung erlaubt eine Abgabe von bis zu 230 Megawatt AC-Leistung über zwei Stunden hinweg – insbesondere zur Deckung von Verbrauchsspitzen am Abend.

Laut MASEN wird das Projektmodell als Build-Own-Operate (BOO) umgesetzt, unterstützt durch einen langfristigen Stromabnahmevertrag über 30 Jahre.

Beitrag zur marokkanischen Energiestrategie 2030

Die NOOR-Midelt-Projekte sind Teil von Marokkos Ziel, bis 2030 über 52 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Die nun vergebenen Projekte sollen nicht nur zur Reduktion von rund 1,2 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen beitragen, sondern auch die Netzstabilität und Flexibilität des marokkanischen Stromsystems verbessern.

„Wir sind stolz darauf, unseren Beitrag zu Marokkos ehrgeizigem Ziel für 2030 zu verstärken“, sagte Marco Arcelli, CEO von ACWA Power, laut einem Bericht von LeSiteInfo.com. Auch der Präsident der MEASEA-Region bei ACWA Power, Hashim Ghabashi, betonte den „Meilenstein auf Marokkos Weg zur Energieunabhängigkeit“.

Beteiligung öffentlicher und privater Partner

Wie Medias24 am 4. August berichtete, erfolgen die Projekte nicht allein durch ACWA Power. Das Konsortium umfasst mehrere marokkanische, öffentliche und private Unternehmen, darunter auch afrikanische Investoren. Diese Konstellation unterstreicht das politische Ziel, den Technologietransfer und die lokale Wertschöpfung in Marokko zu stärken.

Laut ACWA Power handelt es sich um den größten privatwirtschaftlichen Investor im Energiesektor Afrikas, mit bisherigen Investitionen von 9,5 Milliarden US-Dollar auf dem Kontinent.

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Kritik und Fragen zur Ausschreibung

Doch nicht alle Stimmen zeigen sich unkritisch. Ein Bericht von Medias24 vom 5. August wirft Fragen zur Transparenz des Ausschreibungsverfahrens auf. Demnach hätten sich auch europäische und asiatische Unternehmen beteiligt, doch der Zuschlag sei unter „relativ kurzfristigen Rahmenbedingungen“ an ACWA Power gegangen.

Ein Branchenexperte, der anonym zitiert wird, habe gegenüber Medias24 geäußert, dass „der Markt zunehmend oligopolistische Tendenzen“ zeige – mit einem deutlichen Vorteil für Anbieter, die in der Region bereits fest verankert sind. Allerdings habe MASEN auf Nachfrage betont, dass alle Kriterien der Ausschreibung eingehalten worden seien und die Entscheidung „auf Basis technischer und wirtschaftlicher Bewertung“ getroffen wurde.

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Strategische Bedeutung für Midelt und Umgebung

Die Projekte haben auch eine lokale Dimension: Die Region Midelt, gelegen zwischen dem Mittleren und dem Hohen Atlas, gehört zu den Gebieten mit hoher Sonneneinstrahlung, aber auch strukturellen Entwicklungsbedarfen. Durch den Bau und Betrieb der Anlagen entstehen Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse vor Ort – ein erklärtes Ziel der marokkanischen Energiepolitik.

Laut Omar Alaoui Mhamdi, Generaldirektor von ACWA Power Maroc, soll die enge Zusammenarbeit mit der Regierung „kohlenstoffarme Lösungen schaffen, die lokale sozioökonomische Vorteile generieren“.

Zwischen Fortschritt und Fragen

Mit den Projekten NOOR Midelt 2 und 3 setzt Marokko konsequent auf seine Energiestrategie bis 2030. Die Kombination aus Photovoltaik und Batteriespeicherung gilt als technologisch zukunftsweisend und soll einen realen Beitrag zur Versorgungssicherheit und CO₂-Reduktion leisten.

Gleichzeitig machen kritische Stimmen deutlich, dass Transparenz und Wettbewerb in der Projektvergabe auch künftig zentrale Themen bleiben müssen – besonders bei Großprojekten mit internationaler Beteiligung.

Marokko – Noor Midelt erhält weitere Finanzmittel.

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