Kurz vor dem ersten Gruppenspiel gegen die Seleção muss Marokko den verletzungsbedingten Ausfall von zwei Leistungsträgern verkraften. Trainer Mohamed Ouahbi und die Mannschaft gehen dennoch zuversichtlich in das Duell.
New Jersey – Wenige Stunden vor dem ersten Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft 2026 steht die marokkanische Nationalmannschaft vor einer schweren Bewährungsprobe. Am Samstagabend (00:00 Uhr am Sonntag mitteleuropäischer Zeit) treffen die Atlas-Löwen im MetLife Stadium in New Jersey auf den Rekordweltmeister Brasilien. Unmittelbar vor dem Anpfiff muss das Team jedoch zwei gravierende personelle Ausfälle kompensieren.
Ouahbi setzt auf Stabilität trotz Ausfällen
Nationaltrainer Mohamed Ouahbi erklärte auf der offiziellen Pressekonferenz, dass die Ausfälle die spielerischen Prinzipien und das flexible Hybridsystem der Mannschaft nicht verändern würden. „Es tut uns leid für Abde und Nayef, denn sie sind sehr wichtige Spieler“, sagte Ouahbi. Man habe jedoch mit solchen Verletzungen kalkuliert und bereits Lösungen vorbereitet, wie etwa den Defensivakteur Talbi.
Kapitän Achraf Hakimi schlug einen ähnlich entschlossenen Ton an. Die Mannschaft habe sich frühzeitig an die klimatischen Bedingungen in den USA angepasst und wolle die Unterstützung der Fans in positive Energie umwandeln. Marokko müsse vor Brasilien Respekt haben, dürfe aber keine Angst zeigen. In einem Spiel dieser Größenordnung gebe es keine klaren Favoriten; Kleinigkeiten und die Effizienz vor dem Tor seien entscheidend.
Brasilien warnt vor Marokkos Qualität
Auch auf brasilianischer Seite wird der offiziell amtierende Afrikameister, der 2022 in Qatar als erste afrikanische Mannschaft das WM-Halbfinale erreichte und die Qualifikation für 2026 mit einer Serie von 19 Siegen abschloss, keineswegs unterschätzt.
Seleção-Trainer Carlo Ancelotti bezeichnete die Nordafrikaner als hervorragend organisiert und spielerisch stark. „Die Marokkaner haben viel Qualität; sie spielen eindeutig auf diesem Niveau“, sagte Ancelotti. Seine Mannschaft müsse sowohl offensiv als auch defensiv auf Top-Niveau agieren. Brasiliens Offensivstar Vinícius Júnior sprach ebenfalls von einem schwierigen Auftaktspiel gegen ein Team, das immer für Überraschungen gut sei.
Marktwert sinkt um 50 Millionen Euro
Innenverteidiger Nayef Aguerd von Olympique Marseille und Offensivspieler Abdessamad Ezzalzouli von Real Betis Sevilla wurden offiziell von der FIFA-Kaderliste gestrichen. Während Ezzalzouli nach einer im Testspiel gegen Norwegen (1:1) erlittenen Knie-Bänderzerrung ausfällt, reichte bei Aguerd nach einer Leistenoperation die Zeit nicht aus, um die volle körperliche Fitness zu erlangen.
Nationaltrainer Mohamed Ouahbi reagierte positionsgetreu: Für die Abwehr rückt der 34-jährige Marwane Saâdane vom saudi-arabischen Klub Al-Fateh SC nach, im Angriff übernimmt Amine Sbaï (25) vom französischen Erstligisten SCO Angers. Durch diesen kurzfristigen Wechsel sinkt der kumulierte Marktwert des marokkanischen Kaders laut Daten von Transfermarkt um rund 50 Millionen Euro. Das ausgefallene Duo bringt es auf einen Marktwert von 55 Millionen Euro, während die Nachrücker zusammen mit rund 4,4 Millionen Euro taxiert werden.
Richtungsweisender Turnierauftakt
Das Duell in New Jersey besitzt für den weiteren Verlauf der Gruppe C, in der zudem Schottland und Haiti spielen, bereits vorentscheidenden Charakter. Der Gruppensieg ist das erklärte Ziel, um im Sechzehntelfinale einem vorzeitigen Aufeinandertreffen mit den Niederlanden zu entgehen. Für den Moment fokussiert sich die marokkanische Auswahl jedoch ausschließlich auf die erste Aufgabe. „Heute geht es um Brasilien“, unterstrich Trainer Ouahbi. „Sobald dieses Spiel vorbei ist, konzentrieren wir uns auf das nächste.“

