Die Sicherheitsbehörden in Marokko und Spanien haben eine grenzüberschreitende Zelle zerschlagen, wobei Festnahmen in Tanger und auf Mallorca zentrale Strukturen eines extremistischen Netzwerks offengelegt hätten.
Madrid / Rabat – In einer koordinierten Aktion haben das marokkanische Zentralbüro für gerichtliche Ermittlungen (BCIJ) und die spanische Nationalpolizei am Mittwochmorgen drei Männer festgenommen, denen eine Verbindung zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (ISIS bzw. Daech) vorgeworfen wird. Während die Spezialeinheiten der DGST in Tanger zwei Verdächtige in Gewahrsam nahmen, erfolgte der Zugriff auf den mutmaßlichen Kopf der Gruppe zeitgleich auf Mallorca. Laut übereinstimmenden Medienberichten stehen die in Marokko Inhaftierten im Verdacht, Kämpfer des IS in der Sahelzone und in Somalia finanziell sowie logistisch unterstützt zu haben.
Ermittlungen zu Anschlagsplänen und logistischen Netzwerken
Der in Spanien festgenommene Hauptverdächtige wird beschuldigt, einen Anschlag auf spanischem Boden geplant zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass hierbei Methoden zum Einsatz kommen sollten, die für Einzeltäter charakteristisch seien; konkrete Einzelheiten zum Ziel oder der Methode wurden nicht genannt. Die aktuelle Operation ordnet sich in eine seit Jahren bestehende Kooperation zwischen Rabat und Madrid ein. Seit 2014 wurden im Rahmen dieser Zusammenarbeit nach offiziellen Angaben über 30 Terrorzellen zerschlagen.
Die Staatsanwaltschaften beider Länder prüfen nun die genauen Verflechtungen der Zelle auf nationaler und regionaler Ebene. Ziel der weiteren Kooperation zwischen Marokko und Spanien ist es, das Ausmaß der logistischen Unterstützungskette in Richtung der afrikanischen Krisengebiete vollständig aufzuklären.

