Großprojekt in Oran soll die Abhängigkeit von Importen reduzieren und die Ernährungssicherheit stärken. Die Anlage deckt voraussichtlich 40 Prozent des nationalen Bedarfs an Säuglingsmilch.
Oran – In Oran haben am Sonntag, dem 20. Juli, die Bauarbeiten für Algeriens erste Fabrik zur Herstellung von Säuglingsmilch begonnen. Das Projekt der Firma TAZI markiert einen bedeutenden Schritt in der nationalen Wirtschaftsentwicklung. Bei der Eröffnungszeremonie waren unter anderem der Wali von Oran, Samir Chibani, und der Generaldirektor der algerischen Investitionsförderungsagentur (AAPI), Omar Rekache, anwesend.
Strategische Bedeutung für die Versorgungssicherheit
Die neue Anlage hat laut AAPI eine geplante Produktionskapazität von 40 Millionen Dosen Säuglingsmilch pro Jahr. Dies wird voraussichtlich 40 Prozent des nationalen Bedarfs an diesem „strategischen und lebenswichtigen“ Produkt decken. Die Fabrik soll die gesamte Produktionskette abdecken, von der Herstellung der Dosen bis zur Abfüllung, und dabei moderne Technologien und internationale Standards nutzen. Der Schritt ist von besonderer Relevanz, da Algerien bisher 100 Prozent seines Bedarfs an Säuglingsmilch importieren musste.
Anlass und wirtschaftliche Impulse
Der Anstoß für solche Projekte geht auf eine Richtlinie von Präsident Abdelmadjid Tebboune zurück. Dieser rief bereits im Juli 2022 dazu auf, Partnerschaften zur Herstellung von Säuglingsmilch im Land aufzubauen. Die nun getätigte Investition beläuft sich in der ersten Phase auf geschätzte 5,5 Milliarden Dinar, was einem Wert von 42 Millionen US-Dollar entspricht. Neben der Stärkung der nationalen Ernährungssicherheit hat das Projekt auch eine soziale Komponente: es sollen 200 direkte Arbeitsplätze geschaffen werden.

