StartGesellschaftMarokko – Zahl der Todesopfer nach Einsturz in Fes auf 15 gestiegen

Marokko – Zahl der Todesopfer nach Einsturz in Fes auf 15 gestiegen

Debatte über Bausubstanz und kommunale Verantwortung

Nach dem Einsturz eines Wohnhauses im Stadtteil Ain Nokbi sind die Rettungsarbeiten abgeschlossen. Die Justiz hat Ermittlungen zur Klärung der Ursachen eingeleitet.

Fès – Nach dem Unglück in Fes ist die Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen. Wie medizinische Quellen am Freitag, dem 22. Mai 2026, bestätigten, erlagen zwei weitere Personen kurz nach ihrer Einlieferung in das Universitätsklinikum Hassan II ihren Verletzungen. Unter den Opfern befinden sich nach übereinstimmenden Medienberichten auch Kinder. Fünf weitere Personen wurden bei dem Einsturz verletzt; ihr Zustand wird als stabil beschrieben. Eine der verletzten Personen hielt sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in unmittelbarer Nähe des Gebäudes auf.

Die Such- und Rettungsmaßnahmen wurden am Freitag offiziell beendet, nachdem die Einsatzkräfte der Katastrophenschutzbehörden bestätigt hatten, dass keine weiteren Personen unter den Trümmern vermisst werden.

Hergang und Gefahrenlage

Das Unglück ereignete sich in den frühen Morgenstunden des Donnerstags, dem 21. Mai 2026, gegen 3:30 Uhr. Das Gebäude, welches über ein Kellergeschoss, vier Stockwerke sowie ein Dachgeschoss verfügte, stürzte plötzlich in sich zusammen. Von den insgesamt elf Wohneinheiten waren acht dauerhaft bewohnt. Der Einsturz war von einem lauten Knall begleitet, der im gesamten Viertel wahrnehmbar war.

Aufgrund der akuten Einsturzgefahr mussten zwei benachbarte Gebäude, an denen deutliche Risse im Mauerwerk sichtbar waren, vorsorglich evakuiert werden. Fachleute und Anwohner weisen darauf hin, dass Feuchtigkeit in schlecht isolierte Fundamente eindringen kann, was bei älteren Betonbauten die Tragfähigkeit der Mauern massiv beeinträchtigt.

Debatte über Bausubstanz und kommunale Verantwortung

Der Vorfall hat in der Stadt eine Debatte über die Sicherheit der Bausubstanz in den historischen Arbeitervierteln ausgelöst. Wie die MAGHREB-POST berichtete, wächst der Druck auf die Kommunalpolitik, die Kontrollen für einsturzgefährdete Gebäude zu verschärfen.

Der Nationale Menschenrechtsrat (CNDH) forderte eine transparente Untersuchung, deren Ergebnisse veröffentlicht werden sollten, um die Rechenschaftspflicht zu gewährleisten. Zudem mahnte der Rat eine konsequente Anwendung des Stadtplanungsgesetzes an. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat bereits eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände und Ursachen der Katastrophe zu klären. Der Generalstaatsanwalt kündigte an, gegen Verantwortliche oder Personen, denen Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dem Bau oder der Instandhaltung vorgeworfen werden könnte, mit aller Härte vorzugehen.

Anwohner in Ain Nokbi äußerten sich besorgt über den baulichen Zustand weiterer Häuser im Viertel und forderten dringende Maßnahmen, um gefährdete Familien umzusiedeln und ähnliche Unglücke künftig zu verhindern.

Marokko – Tödlicher Gebäudeeinsturz in Fès

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