Nach den verheerenden Unwettern im Norden des Landes koordinieren die Behörden die geordnete Heimkehr zehntausender Evakuierter unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.
Tanger – Am heutigen Sonntagmorgen, dem 15. Februar 2026, hat in Marokko eine der größten logistischen Rückführungsaktionen der jüngeren Geschichte begonnen. Nachdem schwere Unwetter und anschließende Überschwemmungen weite Teile der Provinz Larache unbewohnbar gemacht hatten, leiteten die Behörden der Präfektur Tanger-Assilah, nach der Entspannung der Lage, die Rückkehr der vorübergehend in Tanger untergebrachten Bürger ein. Die Operation zielt darauf ab, die soziale und wirtschaftliche Stabilität in den betroffenen Gebieten schrittweise wiederherzustellen.
Kostenloser Transport und koordinierte Logistik ab Tanger
Die Organisation der Rückreise stützt sich auf ein engmaschiges Netz aus Schienen- und Straßenverkehr. Bereits ab 07:00 Uhr morgens wurden an zentralen Knotenpunkten, wie dem Bahnhof Tanger-Ville und dem dortigen Busbahnhof, Sammelstellen eingerichtet. Laut lokalen Quellen verließ der erste von sechs für Sonntag geplanten Zügen den Bahnhof um 08:00 Uhr mit etwa 700 Fahrgästen in Richtung Ksar El Kébir.
Um eine finanzielle Entlastung der Betroffenen zu gewährleisten, stellten die Behörden sowohl die Zugverbindungen als auch Dutzende Busse kostenlos zur Verfügung. Diese Maßnahmen wurden durch die Koordination zwischen dem Innenministerium, der Königlichen Gendarmerie und dem Marokkanischen Roten Halbmond ermöglicht. Vor der Abfahrt erfolgte eine systematische Überprüfung der Wohnanschriften, um sicherzustellen, dass die Zielgebiete bereits für eine sichere Bewohnbarkeit freigegeben wurden.
Sicherheit und Schutz des Eigentums durch die Nationalpolizei
Ein zentraler Aspekt der Operation ist die Rolle der nationalen Sicherheitskräfte (DGSN). Während der Abwesenheit der Bewohner sicherten verstärkte Patrouillen die evakuierten Viertel, um Plünderungen und Sachbeschädigungen vorzubeugen. In der Hochphase der Krise wurden insgesamt 154.309 Menschen evakuiert – eine Zahl, die die Dimension der Herausforderung für die öffentliche Ordnung verdeutlicht.
Die Sicherheitskräfte regeln nun nicht nur den Verkehrsfluss an den Bahnhöfen, sondern begleiten die Konvois auch bis in die Zielorte. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei vulnerablen Gruppen wie älteren Menschen und Kindern, denen beim Verladen des Gepäcks und beim Einstieg assistiert wird.
Infrastrukturelle Wiederherstellung als Voraussetzung für die Heimkehr
Trotz der einsetzenden Rückreisewelle betonen die Behörden der Provinz Larache, dass die Rückkehr schrittweise erfolgen muss. Eine Freigabe der Wohngebiete erfolgt erst, wenn die hydrologische Situation stabil ist und die gröbsten Hochwasserschäden beseitigt wurden. Parallel zur Rückführung laufen umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Grundversorgung.
- Trinkwasser- und Stromversorgung: Techniker arbeiten an der Reaktivierung der Netze.
- Telekommunikation: Die Wiederherstellung der Mobilfunk- und Internetverbindung hat Priorität für die lokale Wirtschaft.
- Verkehrswege: Die Räumung von Schlamm und Trümmern auf den Zufahrtsstraßen nach Ksar El Kébir ist Bedingung für die Durchfahrt der Buskonvois.
Bewohner aus den Regionen Kenitra und Sidi Slimane wurden dazu angehalten, die offiziellen Mitteilungen abzuwarten und nicht eigenmächtig in noch gesperrte Zonen zurückzukehren. Die proaktive Evakuierung und die nun organisierte Rückführung werden von Beobachtern als Teil eines umfassenden Krisenmanagements gewertet, das auf direkten Anweisungen der Regierung basiert, um die Sicherheit der Bevölkerung in den Fokus der staatlichen Maßnahmen zu rücken.

