Während Saudi-Arabien am Mittwoch startet, haben Algerien und Tunesien den Donnerstag zum offiziellen Beginn erklärt – Marokko folgt seiner traditionellen Mondsichtung.
Rabat – Der Fastenmonat Ramadan des Jahres 2026 (Hidschra-Jahr 1447) steht unmittelbar bevor. Für die Menschen in der Maghreb-Region markiert dieser Monat eine Zeit der spirituellen Einkehr und Gemeinschaft. Doch wie jedes Jahr führt die Bestimmung des exakten Termins zu einer differenzierten Landkarte des Fastenbeginns, die von geografischen Gegebenheiten und unterschiedlichen Beobachtungstraditionen geprägt ist.
Algerien und Tunesien legen offiziellen Starttermin fest
Am heutigen Dienstagabend haben die religiösen Autoritäten in Marokkos Nachbarländern Fakten geschaffen. In Algerien gab das Ministerium für religiöse Angelegenheiten bekannt, dass der erste Fastentag auf Donnerstag, den 19. Februar 2026, fällt. Da die Mondsichel am Dienstagabend lokal nicht gesichtet werden konnte, wird der Monat Schaban auf 30 Tage vervollständigt.
Parallel dazu verkündete der Mufti der Republik in Tunesien eine identische Entscheidung. Auch dort wird der Ramadan offiziell am Donnerstag beginnen. Damit herrscht im zentralen Maghreb Einigkeit über den zeitlichen Ablauf des heiligen Monats. Im Gegensatz dazu orientieren sich Länder wie Saudi-Arabien und Katar an einer früheren Sichtung und beginnen bereits am Mittwoch, den 18. Februar.
Marokkos akribische Tradition der Mondsichtung
Das Königreich Marokko nimmt auch in diesem Jahr eine Sonderrolle ein. Laut Berichten von Le Site Info setzt das Ministerium für Stiftungen und islamische Angelegenheiten auf sein geschätztes Netz von Beobachtungsposten. Die offizielle Sichtung der Mondsichel (Al Hilal) könnte in Marokko am Abend des 17. Februar stattfinden.
Astronomen wie Hicham El Aissaoui prognostizieren, dass Marokko sich dem Termin seiner direkten Nachbarn anschließen und den Ramadan ebenfalls am Donnerstag, den 19. Februar, einläuten wird. Diese Synchronität im Maghreb ist oft das Ergebnis der strengen marokkanischen Kriterien, die eine physische Sichtung mit bloßem Auge voraussetzen. Interessanterweise deckt sich dieser Termin mit der Entscheidung des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland, der den Fastenbeginn ebenfalls für Donnerstag angekündigt hat.
Wirtschaftliche Vorbereitungen und logistische Hürden
Der Ramadan ist in Nordafrika auch ein Motor für die lokale Wirtschaft. Das Angebot steigt ebenso wie der Konsum aber nicht selten auch die Preise für die insbesondere im Ramadan beliebten Spezialitäten.
Gleichzeitig werden die Feierlichkeiten von logistischen Herausforderungen begleitet. So wurde der Schiffsverkehr zwischen Tarifa und Tanger aufgrund widriger Wetterbedingungen zeitweise eingestellt. Für die marokkanische Diaspora, die zum Fastenmonat in die Heimat reist, sind solche Informationen essenziell.
Gesellschaftlicher Kontext und soziale Solidarität
Über den Verzicht hinaus steht die soziale Komponente im Zentrum des Ramadan. In Tunesien hat die Regierung bereits ein Hilfsprogramm in Höhe von über 23 Millionen Euro aufgelegt, um bedürftige Familien während des Monats zu unterstützen. Diese staatlichen und privaten Solidaritätsbekundungen unterstreichen den Charakter des Ramadan als eine Zeit, in der die soziale Kohäsion in der gesamten Maghreb-Region gestärkt wird.

