StartMarokkoMarokko – Rabat bekräftigt bei Krisensitzung der Arabischen Liga Solidarität mit Golfstaaten

Marokko – Rabat bekräftigt bei Krisensitzung der Arabischen Liga Solidarität mit Golfstaaten

Unterschiedliche Positionen im Maghreb

Angesichts wachsender militärischer Spannungen im Nahen Osten hat sich Marokko bei einer Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga demonstrativ an die Seite der Golfstaaten gestellt und seine strategische Partnerschaft mit den Monarchien am Persischen Golf bekräftigt.

Rabat / Kairo Marokko hat bei einer außerordentlichen Sitzung der Arabischen Liga seine Unterstützung für die Golfstaaten wiederholt zugesichert und vor einer weiteren militärischen Eskalation im Nahen Osten gewarnt.

Außenminister Nasser Bourita erklärte während der Beratungen, die Sicherheit der Golfmonarchien sei „untrennbar mit der Sicherheit Marokkos verbunden“.

Das Dringlichkeitstreffen der Außenminister fand am Sonntag, den 8. März 2026, in Form einer Videokonferenz statt. Es befasste sich mit den jüngsten militärischen Schlägen der USA und Israels gegen den Iran und den iranischen Raketen- und Drohnenangriffen auf mehrere Staaten der Region, vor allem wenn diese Militärstützpunkte der USA beherbergen.

Der Golf-Kooperationsrat (GCC) verurteilte die Angriffe in einer offiziellen Erklärung scharf und sprach von einer Bedrohung für die Stabilität der gesamten Region. Zugleich bekräftigte die Organisation ihre Unterstützung für die betroffenen Staaten, insbesondere Saudi-Arabien.

Rabat unterstreicht strategische Partnerschaft mit Golfmonarchien

Nach Angaben der staatlichen marokkanischen Nachrichtenagentur MAP verwies Außenminister Bourita während der Beratungen auf eine grundlegende außenpolitische Linie des nordafrikanischen Königreichs: König Mohammed VI. betrachte die Sicherheit der Golfstaaten seit Jahren als eng mit den nationalen Interessen Marokkos verbunden.

Diese Position geht auf den Marokko-GCC-Gipfel von 2016 zurück, bei dem der Monarch die strategische Partnerschaft zwischen Rabat und den Golfstaaten besonders hervorgehoben hatte.

Marokko verurteilte die jüngsten Angriffe auf Staaten der Region und rief zugleich zu verstärkter Koordination innerhalb der arabischen Welt auf.

Nasser Bourita
Quelle Außenministerium – Nasser Bourita – Außenminister Marokko im traditioneller Kleidung 2021

Ägypten schlägt gemeinsame arabische Streitmacht vor

Während der Beratungen brachte Ägypten erneut die Idee einer gemeinsamen arabischen Verteidigungsstruktur ins Spiel. Außenminister Badr Abdelatty forderte die Bildung einer gemeinsamen arabischen Streitmacht, die auf regionale Sicherheitsbedrohungen reagieren könnte.

Wie die Nachrichtenplattform Egypt Today berichtete, erklärte Abdelatty, eine solche Struktur könne dazu beitragen, die kollektive Sicherheit der arabischen Staaten zu stärken und ihre Fähigkeit zur Krisenreaktion auszubauen.

Das Konzept einer gemeinsamen arabischen Verteidigungsstruktur wird seit Jahren diskutiert. In sicherheitspolitischen Analysen wird es gelegentlich mit dem Begriff einer möglichen „arabischen NATO“ beschrieben, auch wenn ein formales Bündnis bislang nicht existiert.

Unterschiedliche Positionen im Maghreb

Innerhalb der Maghreb-Staaten zeigen sich bei sicherheitspolitischen Fragen jedoch unterschiedliche außenpolitische Ansätze.

Marokko pflegt seit Jahren enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zu den Golfmonarchien und unterstützt deren sicherheitspolitische Positionen häufig offen. Zugleich hat man seit vielen Jahren keine diplomatischen Beziehungen zu Teheran. Marokko wirft dem Iran seit Jahren vor, über die libanesische Hisbollah Kontakte zur Frente Polisario zu unterhalten. Teheran weist diese Vorwürfe zurück.

Algerien verfolgt hingegen traditionell eine stärker blockfreie außenpolitische Linie und begegnet militärischen Bündnisprojekten innerhalb der Arabischen Liga mit Zurückhaltung. Algier plädiert in regionalen Konflikten regelmäßig für diplomatische Lösungen und Deeskalation.

Gleichzeitig pflegt man in Algier gute Beziehungen zum Iran und hat ein großes Interesse den BRICS – Staaten anzugehören, zu denen der Iran bereits gehört. Algerien bemüht sich seit mehreren Jahren um eine Aufnahme in die BRICS-Staatengruppe, wurde aber bisher nicht aufgenommen.

Auch Tunesien bemüht sich unter Präsident Kais Saied um eine vorsichtige außenpolitische Positionierung und vermeidet in regionalen Konflikten eine klare Blockbildung. Zugleich pflegt man in Tunis enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Algier, die man nicht gefährden möchte.

Spannungen innerhalb der Arabischen Liga wurden zuletzt auch dadurch sichtbar, dass Algerien und Tunesien einem arabischen Treffen fernblieben, bei dem ein vorab ausgearbeiteter Gaza-Plan diskutiert werden sollte, wie die Nachrichtenplattform The New Arab berichtete.

Sorge vor wirtschaftlichen Folgen

Neben sicherheitspolitischen Fragen verwiesen mehrere Teilnehmer der Beratungen auch auf mögliche wirtschaftliche Auswirkungen einer weiteren Eskalation im Nahen Osten.

Besonders im Fokus steht dabei die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Energiehandel. Experten schätzen, dass 20 % des weltweit gehandelten Erdöls durch diese Meerenge transportiert werden muss. Eine Verschärfung der Spannungen in der Region könnte nach Einschätzung vieler Beobachter erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte haben, was sich bereits in steigenden Rohölpreisen auf den internationalen Märkten bemerkbar macht.

Marokko rief in diesem Zusammenhang zu einer stärkeren Koordination innerhalb der arabischen Staaten auf und betonte zugleich die Bedeutung diplomatischer Bemühungen zur Eindämmung der aktuellen Krise.

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