StartMarokkoMarokko – Parlamentswahlen 2026: Wahlbeteiligung steigt bis 15:00 Uhr nur auf 21%

Marokko – Parlamentswahlen 2026: Wahlbeteiligung steigt bis 15:00 Uhr nur auf 21%

Unstimmigkeiten führten zu ersten Ermittlungen der Justiz

Am Wahltag verzeichnet das Innenministerium einen kontinuierlichen Anstieg der Stimmabgabe. Gleichzeitig melden die Justizbehörden Ermittlungen zu Unregelmäßigkeiten sowie Beschwerden über Falschinformationen.

Rabat – In Marokko haben am Mittwoch, dem 23. September 2026, die allgemeinen Parlamentswahlen zur Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses stattgefunden. Nach Angaben des Innenministeriums lag die landesweite Wahlbeteiligung um 15:00 Uhr bei 21 Prozent. Am Morgen um 10:00 Uhr hatte die Beteiligung 4,23 Prozent betragen, bevor sie bis 12:00 Uhr auf 11,34 Prozent anstieg. Die Wahllokale in den Präfekturen, Provinzen und Bezirkspräfekturen des Königreichs öffneten pünktlich um 08:00 Uhr unter normalen Bedingungen in Anwesenheit von Vertretern der lokalen und regionalen Kandidatenlisten. Die registrierten Wählerinnen und Wähler haben bis 19:00 Uhr Ortszeit die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben.

Unstimmigkeiten führten zu ersten Ermittlungen der Justiz

Parallel zum Ablauf der Abstimmung gaben die Justizbehörden den Beginn rechtlicher Prüfungen und Ermittlungen bekannt. In Tanger leitete der Generalstaatsanwalt des Königs beim dortigen Berufungsgericht nach Medienberichten und eine offiziellen Stellungnahme am Mittwoch eine gerichtliche Untersuchung ein. Anlass war ein in den sozialen Medien verbreitetes Video, das auf möglichen Wahlbetrug in einem Wahllokal hindeutete und eine transparente Urne gefüllt mit zahlreichen weißen Umschlägen zeigte. Die Untersuchung soll die genauen Fakten klären und auf dieser Grundlage die rechtlichen Schritte festlegen.

Darüber hinaus registrierte die Staatsanwaltschaft insgesamt 93 Beschwerden im Zusammenhang mit dem Wahlprozess. Rund 92 Prozent dieser Fälle wurden zwischen dem 21. August und dem 15. September 2026 bearbeitet. Die Vorwürfe betreffen überwiegend die Verbreitung gefälschter Informationen, manipulierter Dokumente oder Medieninhalte über soziale Netzwerke und KI-Tools zur Verleumdung von Kandidaten und Wählern. Weitere Anzeigen richteten sich gegen mutmaßliche Versuche der Wahlbeeinflussung durch Geschenke, unzulässige Wahlwerbung an Orten wie Gotteshäusern oder Bildungseinrichtungen sowie den Missbrauch öffentlicher Mittel. Bei 39 Beschwerden stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass keine Straftat vorlag.

US-Wahlbeobachter in den Südlichen Provinzen (Westsahara)

Erstmals beobachtet eine US-amerikanische Delegation des International Republican Institute (IRI) die Wahlen in der Westsahara / marokkanische Sahara bzw. Südliche Provinzen. Die Delegation wird von David Shenker geleitet, dem ehemaligen stellvertretenden US-Außenminister für Angelegenheiten des Nahen Ostens unter Donald Trump. Shenker traf am Dienstag in Laayoune ein und kam mit Bürgermeister Hamdi Ould Errachid zusammen.

Laut den Behörden läuft die Abstimmung in allen Regionen des Landes weiterhin unter normalen Bedingungen. Ergebnisse sowie Informationen zum Ausgang der Ermittlungsverfahren werden nach dem Ende des Wahlgangs erwartet.

 

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