StartGesellschaftMarokko – Madrid und Rabat vereinbaren schnelle Rückführungen nach Grenzsturm auf Ceuta

Marokko – Madrid und Rabat vereinbaren schnelle Rückführungen nach Grenzsturm auf Ceuta

Fernando Grande-Marlaska führte den Ansturm auf Schleuser zurück, die ein Gerichtsurteil ausgenutzt hätten,

Nachdem hunderte Migranten versuchten, die Absperrungen der spanischen Exklave zu überwinden, kündigen Spanien und Marokko die Rückführung aller illegal Eingereisten an. Der spanische Innenminister reist vor Ort.

Ceuta – Am heutigen Donnerstagmorgen haben hunderte Menschen versucht, die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta auf dem Land- und Seeweg zu überqueren. Einigen gelang es, die Sicherheitsabsperrungen im Gebiet Tarajal zu durchbrechen oder die Grenzfestung schwimmend zu umgehen. Marokkanische und spanische Sicherheitskräfte griffen ein, um weitere Übertritte zu unterbinden. Als direkte Folge vereinbarten die Regierungen in Madrid und Rabat, alle illegal eingereisten Personen schnellstmöglich zurückzuführen – unabhängig von deren Nationalität oder Alter.

Marokkanische Diplomatinnen und Diplomaten in Madrid erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press, dass kriminelle Netzwerke und Schleuserorganisationen die Bewegung organisiert und ausgenutzt hätten. Berichte, wonach staatliche Stellen Marokkos die irreguläre Migration fördern würden, wiesen die Vertreter zurück. Auch das spanische Innenministerium unter Leitung von Fernando Grande-Marlaska führte den Ansturm auf Schleuser zurück, die ein Gerichtsurteil ausgenutzt hätten, um vor allem junge Menschen zur Ausreise zu bewegen. Grande-Marlaska kündigte an, am Freitag nach Ceuta zu reisen, um sich mit dem Präsidenten der autonomen Stadt, Juan Jesús Vivas, sowie Vertretern der Nationalpolizei und der Guardia Civil abzustimmen.

Das spanische Außenministerium betonte, die gegenseitigen Beziehungen seien exzellent. Das Ministerium trat zudem Darstellungen entgegen, die Vorgänge stünden im Zusammenhang mit dem Besuch des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez in Algerien am 20. Juli.

Kritik an den angekündigten Abschiebeplänen kommt aus der spanischen Regierungskoalition. Die Linkspartei Sumar forderte den Ausbau der lokalen Aufnahmeeinrichtungen und lehnte pauschale Rückweisungen ab. Laut Parteiquellen verstoße die Ausweisung von Minderjährigen sowie Asylsuchenden ohne rechtliche Einzelfallprüfung gegen Urteile spanischer Gerichte und internationales Recht. Die Partei forderte stattdessen geordnete und legale Zugangswege.

Die Sicherheitskräfte beider Länder halten ihre Präsenz an den Grenzanlagen im Raum Ceuta aufrecht. Wie zügig die administrativen Verfahren für die angekündigten Rückführungen umgesetzt werden, bleibt vorerst offen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Mein Konto

Casablanca
Bedeckt
26.2 ° C
29.1 °
26.2 °
65 %
3.6kmh
100 %
So
28 °
Mo
27 °
Di
27 °
Mi
27 °
Do
27 °