StartMarokkoMarokko – Großprojekt sichert Gasversorgung für Industriezentren

Marokko – Großprojekt sichert Gasversorgung für Industriezentren

Der Zeitplan für das Öffentlich-Private-Partnerschaft-Modell steht.

Regierung initiiert millionenschweres PPP-Projekt zur Anbindung von Nador West Med und Versorgung der Regionen Kenitra und Mohammedia mit Flüssigerdgas.

Marokko treibt seine ambitionierte Strategie zur Stärkung der Energieinfrastruktur voran. Mit einem Großprojekt zum Ausbau des nationalen Gasnetzes soll die Versorgungssicherheit der wichtigsten Wirtschaftszentren des Königreichs gewährleistet werden. Im Fokus steht dabei die Pipeline zur Versorgung der Industrie mit Gas. Wie aus einem Bericht der Tageszeitung L’Economiste hervorgeht, auf den sich das Nachrichtenportal le360.ma beruft, hat das Ministerium für Energiewende und nachhaltige Entwicklung das Präqualifizierungsverfahren für das Vorhaben eingeleitet.

Strategische Gas-Infrastruktur für Marokkos Wirtschaftszentren

Das Projekt sieht in einem ersten Schritt die Anbindung der neuen Hafeninfrastruktur von Nador West Med an die bestehende Maghreb-Europa-Gaspipeline (GME) vor. Geplant ist daraufhin die Erweiterung des Netzes bis zu den bedeutenden Industriegebieten von Kenitra und Mohammedia. Ergänzend zu dieser Netzerweiterung hat das Ministerium eine internationale Ausschreibung für die Charterung einer schwimmenden Speicher- und Regasifizierungseinheit (FSRU) im Hafen von Nador West Med veröffentlicht.

Dieses Vorgehen folgt der umfassenden Strategie der Regierung zum Einsatz von Flüssigerdgas (LNG). Diese Strategie basiert auf einem operativen Fahrplan, der den integrierten Aufbau der notwendigen Infrastruktur für einen nationalen LNG-Markt vorsieht. Hierfür wurde bereits im März 2024 eine Absichtserklärung zwischen mehreren relevanten Ministerien unterzeichnet, um die Kohärenz des nationalen Gasinfrastrukturprogramms sicherzustellen, wie L’Economiste weiter in Erinnerung ruft.

Ziele und geschätzte Investitionen

Die strategische Bedeutung des Projekts hob Energieministerin Leila Benali hervor. Laut ihrer Aussage, die in der Berichterstattung zitiert wird, sei „die Entwicklung des Erdgas-Sektors ein wichtiger Hebel, um Investitionen anzuziehen, die Produktionskosten zu senken und die Schaffung von Arbeitsplätzen anzukurbeln und somit zur industriellen Erholung des Landes beizutragen.“ Das Gesamtvorhaben soll somit die Wettbewerbsfähigkeit der marokkanischen Industrie stärken.

Der Investitionsbedarf ist beträchtlich: Allein für die Haupt-Gaspipeline, welche die geplante LNG-Station Nador mit der Grand Mohammedia Metropolis (GME) verbindet, werden Kosten in Höhe von 273 Millionen US-Dollar geschätzt. Der nachfolgende Abschnitt zwischen der GME und Mohammedia soll etwa 638,7 Millionen US-Dollar erfordern. Weitere 42,5 Millionen US-Dollar sind für den Aufbau eines sekundären Netzes in den Regionen Kenitra und Mohammedia eingeplant.

Der Zeitplan für das Öffentlich-Private-Partnerschaft-Modell steht.

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines Öffentlich-Privaten Partnerschafts-Modells (PPP). Interessierte Unternehmen und Konsortien können die Präqualifizierungsunterlagen bis zum 30. Januar 2026 anfordern. Die Ministeriumszentrale erwartet die vollständigen Anträge ebenfalls bis zu diesem Datum um 14:00 Uhr. Die Öffnung der Umschläge in einer öffentlichen Sitzung ist für den 3. Februar 2026 vorgesehen, wobei terminliche Anpassungen vorbehalten sind. Das Ministerium arbeitet zudem parallel an einem Gesetzentwurf zur Regulierung des gesamten LNG-Sektors.

Marokko – Fortschritte beim Gaspipeline-Projekt mit Nigeria

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