In Rabat eröffnet die Künstlerin Riad Ouafa eine Ausstellung, die durch den Verzicht auf Gesichter tiefere Einblicke in die universelle Gefühlswelt gewährt.
Die marokkanische Hauptstadt Rabat festigt ihren Ruf als bedeutendes Kulturzentrum der Maghreb-Region. Unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Jugend und Kultur wurde am vergangenen Montag in der Galerie des Theaters Mohammed V die Ausstellung „Beyond Forms“ (Jenseits der Formen) eröffnet. Im Zentrum der Schau steht das Werk der aus Rabat stammenden Malerin Riad Ouafa, die in 27 Exponaten die Grenzen zwischen Abstraktion und Surrealismus auslotet.
Die Abkehr vom Porträt zur Darstellung innerer Welten
Ein markantes Merkmal der gezeigten Werke ist die bewusste Entscheidung der Künstlerin, Figuren ohne erkennbare Gesichtsmerkmale darzustellen. Laut einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur MAP möchte Ouafa damit den Fokus weg vom äußeren Erscheinungsbild hin zu verborgenen Emotionen lenken. Die „gesichtslosen“ Gestalten fungieren als Projektionsfläche für die Betrachter und thematisieren den Kontrast zwischen menschlichem Leid und ästhetischer Schönheit.
Einladung zum individuellen Dialog mit dem Kunstwerk
Statt sich einem starren künstlerischen Stil zu unterwerfen, beschreibt die Malerin ihren Schaffensprozess als eine vom kreativen Moment geleitete intellektuelle Auseinandersetzung. Die Ausstellung, die noch bis zum 15. Februar für das Publikum geöffnet ist, versteht sich als eine Sammlung „visueller Rätsel“. Ziel ist es, dass Besucher die Gemälde basierend auf ihrer eigenen psychischen Verfassung und persönlichen Perspektive interpretieren. Ouafa, die bereits international ausstellte, nutzt ihre künstlerische Erfahrung hierbei als Werkzeug zur Erforschung des menschlichen Innenlebens.

