StartMarokkoMarokko – 6,7 Milliarden Dirham für neue Reifenproduktion im Nordosten

Marokko – 6,7 Milliarden Dirham für neue Reifenproduktion im Nordosten

Arbeitsplätze in einer Region mit hohem Entwicklungsbedarf

Ein chinesisches Großprojekt in der Provinz Driouch soll die industrielle Basis der Region L’Oriental verbreitern und durch die Anbindung an den Hafen Nador West Med neue Exportwege erschließen.

Driouch – In der wirtschaftlich herausfordernden Grenzregion L’Oriental wurde am Freitag ein industrielles Vorhaben gestartet, das zu den finanziell umfangreichsten der letzten Jahre in diesem Sektor zählt. Die chinesische Shandong Yongsheng Rubber Group investiert über ihre Tochtergesellschaft Goldensun Tire Morocco rund 6,7 Milliarden Dirham in einen neuen Produktionskomplex. Das Projekt in der Industriezone Betoya in der Provinz Driouch markiert den Versuch, die bisher strukturschwache Region im Nordosten Marokkos stärker in internationale Wertschöpfungsketten zu integrieren.

Kapazitäten und logistische Anbindung als Kernfaktoren

Das geplante Werk erstreckt sich über eine Fläche von 52 Hektar und ist auf eine Produktionskapazität von jährlich 18 Millionen Reifen ausgelegt. Der Standort wurde dabei strategisch gewählt: Die Nähe zum künftigen Hafen Nador West Med soll den Export in europäische und afrikanische Märkte optimieren. Für den Investor bietet Marokko hierbei eine stabile Plattform, um logistische Vorteile an der Schnittstelle zweier Kontinente zu nutzen, während die Region von der massiven Kapitalzufuhr profitiert.

Arbeitsplätze in einer Region mit hohem Entwicklungsbedarf

Besondere Bedeutung kommt dem Projekt im Hinblick auf den lokalen Arbeitsmarkt zu. In einer Zone, die mit hoher Arbeitslosigkeit unter jungen Erwachsenen kämpft, sollen laut offiziellen Angaben rund 1.737 direkte Arbeitsplätze entstehen. Hinzu kommen hunderte indirekte Stellen während der Bauphase. Die Ansiedlung wird in politischen Kreisen als notwendiger Impuls gesehen, um die Abwanderung zu bremsen und der lokalen Bevölkerung eine langfristige Perspektive jenseits des Agrarsektors oder des informellen Handels zu bieten.

Technologietransfer und industrielle Souveränität

Über die reine Fertigung hinaus sieht der Plan die Einrichtung von Forschungs- und Entwicklungseinheiten vor. Laut dem für Investitionen zuständigen Minister Karim Zidane, zitiert durch die Agentur MAP, leiste das Projekt einen Beitrag zur „industriellen Souveränität“ des Landes. Ziel ist es, nicht nur als verlängerte Werkbank zu agieren, sondern durch Technologietransfer die Innovationskraft vor Ort zu stärken.

Ob dieses Großprojekt die erhoffte Sogwirkung für weitere Ansiedlungen entfaltet, wird maßgeblich von der termingerechten Inbetriebnahme des Hafens Nador West Med und der Qualität der lokalen Ausbildung abhängen. Die Fertigstellung der Fabrik ist für Anfang 2026 terminiert.

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