Telefonat zwischen den Präsidenten Algeriens und Deutschlands unterstreicht gegenseitige Besuchseinladungen und Einigkeit in Nahostfrage
Algier / Berlin – Am gestrigen Dienstag, dem 29. Juli 2025, führten der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Telefongespräch, bei dem sie sich über die bilateralen Beziehungen sowie über regionale und internationale Entwicklungen austauschten. Dies teilte das algerische Präsidialamt in einer offiziellen Mitteilung mit, die von der algerischen Presseagentur APS veröffentlicht wurde.
Das Gespräch ist Teil einer anhaltenden diplomatischen Annäherung beider Staaten, insbesondere im Kontext wachsender geopolitischer Unsicherheiten und der Suche nach neuen Kooperationsfeldern.
Gegenseitige Besuchseinladungen sollen politische Signale unterstreichen.
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, erneuerte Bundespräsident Steinmeier seine Einladung an Präsident Tebboune, Deutschland einen offiziellen Besuch abzustatten. Dieser habe die Einladung angenommen und seinerseits eine Einladung an den deutschen Präsidenten ausgesprochen, Algerien zu besuchen. Konkrete Reisedaten wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Diese wechselseitigen Einladungen gelten in der diplomatischen Praxis als symbolträchtiges Zeichen gegenseitigen politischen Respekts und der Bereitschaft zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen – insbesondere auch im wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Bereich.
Fokus auf Nahost – Einigkeit über Zweistaatenlösung
Ein bedeutender Teil des Gesprächs war der Austausch zur aktuellen Lage in den palästinensischen Gebieten, insbesondere im Gazastreifen und im Westjordanland. Laut der Erklärung des Präsidialamts bekräftigten beide Präsidenten ihre Unterstützung für die sogenannte Zweistaatenlösung als möglichen Weg zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts.
Diese Position wird sowohl von der Bundesregierung als auch von der algerischen Regierung seit Jahren vertreten. Algerien unterstützt traditionell die palästinensische Sache politisch und diplomatisch, während Deutschland als Vermittler in multilateralen Gremien agiert, aber vor allem Israel nahesteht.
Kooperation in mehreren strategischen Bereichen
Neben der Nahostfrage standen auch weitere regionale und internationale Themen von gemeinsamem Interesse auf der Agenda. Konkrete Themen wurden in der offiziellen Mitteilung nicht benannt, jedoch dürften wirtschaftliche Kooperationen – etwa im Energiesektor, bei grüner Wasserstoffproduktion, Infrastrukturprojekten oder der Bildungszusammenarbeit – im Zentrum stehen. Auch sicherheitspolitische Fragen in der Maghreb- und Sahelzone dürften angesichts der geopolitischen Lage eine Rolle gespielt haben.
Deutschland hatte in den vergangenen Jahren verstärkt Interesse an stabilen Partnerschaften in Nordafrika signalisiert, nicht zuletzt im Zusammenhang mit Energieversorgungssicherheit, Migrationspolitik und regionaler Stabilität. Algerien wiederum sucht seit mehreren Jahren den Ausbau strategischer Partnerschaften außerhalb seines traditionellen Bündnissystems.

