StartAlgerienAlgerien – Hunderte Waldbrände wüten im Norden, Festnahmen wegen Brandstiftung

Algerien – Hunderte Waldbrände wüten im Norden, Festnahmen wegen Brandstiftung

Großeinsatz von Zivilschutz und Militär

Seit Mitte Juli kämpfen Einsatzkräfte im Nordosten Algeriens gegen eine Serie verheerender Wald- und Buschbrände. Bei den Löscharbeiten kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. Während Behörden und Militär hunderte Brandherde bekämpfen, ermittelt die Justiz gegen mutmaßliche Brandstifter.

Algier – Nach Angaben des algerischen Zivilschutzes und des Landwirtschaftsministeriums wurden seit dem 8. Juli landesweit mehr als 1.550 Brände registriert. Allein am Mittwoch, dem 22. Juli, brachen in rund 15 Provinzen zeitgleich 138 Feuer aus. Trotz eines Großaufgebots an Rettungskräften blieben vor allem im Nordosten des Landes zahlreiche Brandherde aktiv. Mindestens sechs Menschen verloren im Zusammenhang mit den Flammen ihr Leben, darunter drei freiwillige Helfer in der Provinz Constantine, die beim Schutz ihrer Nachbarschaft verunglückten.

Großeinsatz von Zivilschutz und Militär

Besonders kritisch ist die Lage in den Provinzen Constantine, Skikda, Souk Ahras, Béjaïa und El Tarf. Um ein Übergreifen der Flammen auf Wohngebiete und landwirtschaftliche Flächen zu verhindern, aktivierten die Behörden in den betroffenen Wilayas den Notfallplan ORSEC.

Neben hunderten Feuerwehrleuten und Einheiten der Nationalen Volksarmee (ANP) kommen Löschflugzeuge vom Typ AT-802 sowie schwere Militärhubschrauber der Typen Beriev BE-200 und Mi-26 zum Einsatz. In mehreren Ortschaften, darunter in den Gemeinden Aïn Smara und Souk Ahras sowie in Seraïdi nahe Annaba, wurden Anwohner sowie Patienten eines Krankenhauses vorsorglich evakuiert.

Festnahmen wegen mutmaßlicher Brandstiftung

Neben den extrem hohen Sommertemperaturen stehen mutmaßlich kriminelle Handlungen im Fokus der Ermittlungsbehörden. Wie die Staatsanwaltschaft am Gericht in Algier mitteilte, nahm die nationale Anti-Terror-Einheit vier Personen in Untersuchungshaft. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, in der Provinz Constantine vorsätzlich Brände gelegt zu haben.

Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune lobte in einer offiziellen Botschaft den Einsatz der Rettungskräfte, der Armee und engagierter Bürger. Er sprach den Einsatzkräften seinen Dank aus und versicherte, dass ihr Einsatz zum Schutz von Menschenleben und Waldbeständen Anerkennung finde.

Hitzewelle erfasst den westlichen Mittelmeerraum

Die Brandserie in Algerien ist Teil einer extremen Hitzewelle im gesamten westlichen Mittelmeerraum. Im benachbarten Tunesien verzeichnete der Zivilschutz bei Temperaturen von bis zu 49 °C rund 900 Brände innerhalb von drei Tagen. Auch in Südeuropa – insbesondere in Frankreich, Spanien und Italien – kämpfen Einsatzkräfte gegen historische Waldbrände, bei denen zehntausende Menschen evakuiert werden mussten und mehrere Rettungskräfte ihr Leben verloren. Die Nachlösch- und Kühlarbeiten in den algerischen Brandgebieten dauern an; anhaltende Winde halten das Risiko erneuter Ausbrüche hoch.

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